Den sonnigen Maiabend, an dem Papst Leo vor genau einem Jahr gewählt wurde, werde ich nie vergessen. Wir feierten gerade im Tübinger Theologikum den 80. Geburtstag von Ottmar Fuchs, als die Nachricht vom weißen Rauch kam. Wie blöd, dachte ich mir. Denn im Hörsaal gab es kein Netz – und ich hatte dem WDR erste O-Töne zum neuen Papst versprochen. Also stand ich die nächsten 30 Minuten an der geöffneten Tür des Hörsaals…
Da es eine unerwartet schnelle Wahl war, kamen mir sofort die ‚Frontrunner‘ in den Sinn, die zuvor an den Papabile-Börsen hochgehandelt wurden: vermutlich wurde der technokratische Kardinal Parolin[i] gewählt, vielleicht auch der charismatische Kardinal Tagle – wohl eher nicht mein persönlicher Favorit, der französische Kardinal Aveline. Und dann die Überraschung: „Habemus papam… Robertum Franciscum… Prevost“.
Im Nachhinein eine fast schon logische Wahl: ein polyglotter Bürger beider Amerikas, der als Oberer des Augustinerordens und Präfekt des Bischofsdikasteriums jede Menge weltkirchlicher Leitungserfahrung mitbringt. Einer, der nicht nur für kirchenpolitische Kontinuität zu Papst Franziskus steht, sondern auch in schwierigen Situationen als exzellenter Vermittler gilt – siehe seine konstruktive Rolle im Umgang mit dem Synodalen Weg.
Sofort kamen mir Einschätzungen einer befreundeten Ordensfrau aus Lateinamerika in den Sinn: Prevost als aufmerksamer Zuhörer, der die Option für die Armen lebt und sich für Frauen einsetzt. Ein bewährter Brückenbauer mit klarem Reformkompass – und Smartwatch[ii]. Insofern tatsächlich die „letzte Überraschung von Papst Franziskus“[iii].
1. Der Nachfolger
Die Kardinäle haben einen Papst gewählt, der den Reformkurs seines Vorgängers auf eine gemäßigte Weise fortsetzt. Auf den jesuitischen Einzelkämpfer folgt nun ein augustinischer Gemeinschaftsmensch. Leo bewegt er sich in der Spur von Franziskus, agiert aber zugleich auch geschmeidiger, weniger aneckend: Kontinuität in der Sache, Differenz im Stil – und die Reformen möglichst nachhaltig im System verankernd.
Dass er den von Papst Franziskus im Zeichen der Missbrauchskrise begonnenen synodalen Weltprozess umsichtig, aber entschlossen weiterführt, ist dabei genauso bedeutsam wie die Fortsetzung des Zweiten Vatikanums durch Papst Paul VI. Beides war nicht überhaupt selbstverständlich – auch ein Abbruch stand jeweils zur Debatte.
Leo könnte für Franziskus daher das sein, was Paul VI. im Kontext des genannten Konzils für Johannes XXIII. war: ein verwaltungserfahrener Nachfolger, der die charismatischen Impulse seines Vorgängers in moderat reformbereiter Kontinuität in konkrete institutionelle Veränderungen übersetzt. Ergänzt man noch den anders gelagerten, aber vergleichbaren Fall der Fortsetzung des Restaurationskurses von Johannes Paul II. durch Benedikt XVI., ergibt sich eine dreifache Doppelstruktur der jüngeren Papstgeschichte:
- Johannes XXIII. (1958-1963): Aufbruch des Konzils => Paul VI. (1963-1978): Konsolidierung des Aufbruchs
- Johannes Paul II. (1978-2005): Rollback in die Restauration => Benedikt XVI. (2005-2013): Konsolidierung des Rollbacks
- Franziskus (2013-2025): Aufbruch in die Synodalität => Leo XIV. (seit 2025): Konsolidierung des Aufbruchs
Bei aller Kontinuität zu seinem Vorgänger Franziskus[iv] lässt Papst Leo aber in bestimmten Stilfragen, die auch eher konservativ gestimmte Katholik:innen mitnehmen sollen, durchaus einen eigenen Gestaltungswillen erkennen – bis hin zur Rückkehr in den Apostolischen Palast. Eine gewisse Eigenständigkeit signalisierte bereits seine Namenswahl. Kein Papst Franziskus II., aber auch kein Bruch mit dem Vorgänger – vielleicht sogar ein verstecktes Zeichen der Verbundenheit: Bruder Leo war der treueste Gefährte des Hl. Franz von Assisi.
2. Der Konzilspapst
Auf den Spuren seines Vorgängers steht Papst Leo für eine entschlossene Verwirklichung des Zweiten Vatikanischen Konzils[vi]. Dessen Texte wählte er auch als Thema seiner ersten ‚eigenen‘ Mittwochskatechesen (nachdem er zunächst die Themen von Papst Franziskus fortführte). Zu deren Eröffnung im Januar 2026 sagte er:
„Es ist eine kostbare Gelegenheit, die […] große Bedeutung dieses kirchlichen Ereignisses neu zu entdecken. […] Während wir den Ruf verspüren, seine Prophetie nicht erlöschen zu lassen […], ist es […] wichtig, es erneut aus der Nähe kennenzulernen, […] indem wir seine Dokumente wiederlesen […]. Denn es handelt sich um das Lehramt, das noch heute den Leitstern des Weges der Kirche darstellt […].“
Bereits in seiner Ansprache an das Kardinalskollegium unmittelbar nach der Wahl hatte Leo gesagt:
„Ich möchte […], dass wir heute gemeinsam unsere volle Zustimmung zu dem Weg erneuern, den die Weltkirche seit Jahrzehnten in der Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils eingeschlagen hat. Papst Franziskus hat dessen Inhalte in dem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium ausgezeichnet […] aktualisiert, von denen ich einige grundlegende Aspekte hervorheben möchte: die Rückkehr zum Primat Christi in der Verkündigung, die missionarische Umkehr der gesamten christlichen Gemeinschaft, das Wachstum in der Kollegialität und der Synodalität, die Aufmerksamkeit für den sensus fidei […], die liebevolle Sorge für die Geringsten der Ausgestoßenen, den mutigen und vertrauensvollen Dialog mit der heutigen Welt und ihren verschiedenen Elementen und Gegebenheiten.“
Auch in seiner Rede zum Abschluss der außerordentlichen Kardinalsversammlung am 7./8. Januar 2026 bekräftigte er:
„Die gewählten Themen sind tief im Zweiten Vatikanischen Konzil und in dem gesamten Weg verwurzelt, der aus dem Konzil hervorgegangen ist. Wir werden nie genug betonen, wie wichtig es ist, den mit dem Konzil eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Ich ermutige euch, dies zu tun. Wie ihr wisst, habe ich dieses Thema […] für die öffentlichen Audienzen dieses Jahres gewählt. Und dieser Weg ist ein Weg des Lebens, der Bekehrung, der Erneuerung der ganzen Kirche. Evangelii gaudium und die Synodalität sind wichtige Bestandteile dieses Weges.“
3. Der Lateinamerikaner
Die Kardinäle haben einen panamerikanischen Papst gewählt, der einen Großteil seines Lebens in Lateinamerika verbrachte und daher mindestens so sehr Peruaner wie US-Amerikaner[v] ist. Er steht in einer spezifisch lateinamerikanischen Rezeptionslinie des Zweiten Vatikanums. Diese konziliare Grundausrichtung ist alles andere als trivial. Denn dasselbe Jahr 1985, in dem durch Johannes Paul II. und Kardinal Ratzinger mittels einer Bischofssynode eine offizielle Umdeutung des Konzils festgeschrieben wurde, steht für eine zentrale Erfahrung im Leben Prevosts.

Der junge Ordensmann in Jeans und Poloshirt verbrachte sein erstes Jahr[viii] in Peru 1985 in Chulucanas am nordperuanischen Fuß der Anden – ein im nachkonziliaren Aufbruch Lateinamerikas errichtetes Bistum[ix], das als basisgemeindlich ausgerichtetes und befreiungstheologisch inspiriertes „Laboratorium kirchlicher Erneuerung im Sinne des Zweiten Vatikanums“[x] die „pastorale DNA des zukünftigen Papstes“ nachhaltig prägte.
Dieses ‚Pastorallabor‘ gewann „essentielle Bedeutung für Prevosts Kirchenvision“, denn es inspirierte seinen späteren Dienst als Augustiner in Trujillo (1988-1998) und als Bischof in Chiclayo (2014-2023). Bevor Papst Franziskus ihn zum Präfekten des mächtigen Bischofsdikasteriums ernannte, schickte er Prevost dorthin – in eine als äußerst konservativ geltende, stark vom Opus Dei geprägte Diözese, die dieser „in einem synodalen Geist reformierte“[xi].
4. Der Reformer
Die Kardinäle haben einen besonnenen Reformer gewählt, der die Kunst subtiler, aber nachhaltiger Systemveränderung zu beherrschen scheint. Deshalb ist bei seinen Äußerungen immer auch der jeweilige Subtext zu beachten[xii] – genau das also, was zwischen den Zeilen steht oder was im Haupttext gerade nicht gesagt wird.
Ein entsprechendes Meisterwerk[xiii] sind (bei aller unbestrittener Kritikwürdigkeit) die jüngsten Äußerungen Papst Leos zum Segen gleichgeschlechtlicher Paare, in denen er sich einer eindeutigen Verurteilung verweigert: „Zunächst einmal denke ich, dass Fragen der Sexualmoral nicht über Einheit oder Spaltung der Kirche entscheiden sollten.“ Also: Kein Stoppschild. Daran muss aus seiner Sicht kirchliche Einheit nicht scheitern.
Leo umgeht die ihm gestellte Interviewfalle eines Journalisten, indem er dessen tendenziöse Frage[xiv] in einem befreiungstheologischen Reframing neu fasst und im Sinne seines Vorgängers reformpastoral dimensioniert:
„Wir denken, wenn die Kirche über Moral spricht, sei das einzige Thema die Sexualmoral. Tatsächlich gibt es jedoch viel umfassendere und wichtigere Themen wie Gerechtigkeit, Gleichheit, Freiheit von Männern und Frauen, Religionsfreiheit, die alle von höherer Priorität als dieses spezielle Thema sind.“
Mit wenigen Worten verabschiedet Papst Leo hier einen zentralen Schwerpunkt des Pontifikats Johannes Pauls II. Erst nach dieser Redimensionierung des Problems wiederholt er die bekannte römische Position. Zugleich hält er dabei aber auch eine „Tür für morgen offen“[xv], indem er sagt, ein heutiges Darüber-Hinausgehen („to go beyond that today“) würde in der Kirche derzeit mehr Uneinigkeit als Einigkeit erzeugen.
5. Der Peacemaker
Die Kardinäle haben einen „Peacemaker“ (Timothy Radcliffe) zum Papst gewählt, der seinen eigenen Reformansatz mit einer innerkirchlichen Friedensagenda verbindet, die kirchenpolitische Polarisierungen zu überwinden versucht. Als ‚Mann der Mitte‘[xvi] sendet Papst Leo versöhnende Signale an alle Lager: Rückkehr der Mozzetta, aber mit schwarzen Schuhen. Zugleich ist er ein synodaler Mediator[xvii], der in den Kontakt geht und die Geschichten hinter den Positionen hört – und so weiterführende Lösungen überhaupt erst ermöglicht.

In diesem Zusammenhang rückt auch sein Wahlspruch In illo uno unum die kircheninternen Prioritäten zurecht: In jenem Einen sind wir alle eins. Dieser zentrierende Jesusbezug stellt nicht die kirchliche Einheit als solche in die Mitte, sondern vielmehr deren spirituelle Möglichkeitsbedingung: das (bzw. den), worauf (bzw. auf den) sich alle, unabhängig von ihrem jeweiligen Standpunkt, im Letzten noch einigen können. Sinnenfällig greifbar wird diese Jesusfokussierung des Papstes in schöpferischer Kontinuität zu seinen Vorgängern im neuen Hirtenstab in Kreuzform („Ferula“), den Leo XIV. seit Beginn des Jahres mit sich führt.

Die neue Ferula Leos stellt eine skulpturale Kurzfassung des Evangeliums dar: Kreuz und Auferstehung als zugespitzte Verdichtung des Lebens Jesu, das in aller Konsequenz dem in der Welt anbrechenden Reich Gottes gewidmet war – und zugleich als symbolische Materialisierung des päpstlichen Wahlspruchs In illo uno unum, der bislang vor allem mit Blick auf kirchliche Einheit wahrgenommen wurde. Stilistisch erinnert diese neue Ferula an den künstlerisch modernen, erstmals zum Abschluss des Konzils am 8. Dezember 1965 verwendeten Kreuzesstab Pauls VI. So wie bereits die Reaktivierung der goldglänzenden Ferula Pius‘ IX. durch Papst Benedikt ein symbolpolitisches Signal war, so ist auch dieser neue Stab im Stil Pauls VI. ein nicht zu unterschätzendes Zeichen, über das kürzlich auf der Website von Communio zu lesen war:
„Die von Leo XIV. erneuerte Ferula steht in dieser Tradition, verschiebt allerdings den Akzent bedeutsam: Sie wahrt die Kontinuität, richtet den Blick jedoch neu aus – weg vom leidenden Schmerzensmann hin zum auferstandenen Christus. […] Die Arme sind […] vom Kreuzesbalken gelöst und auf den Vater hin geöffnet. […] Die offenen Arme Christi gewinnen ihre Bedeutung vor allem darin, dass sie Verletzlichkeit […] als bewusst gewendete Offenheit deuten: Verwundung bleibt real, wird jedoch in den Horizont freiwilliger Hingabe und Beziehung gestellt. […]. […] Die […] künstlerische Gestaltung ist weniger machtpolitische Insigne als vielmehr Zeichen riskierter Verletzlichkeit.“
Im Hintergrund dieser Deutung stehen theologische Analysen Hildegund Keuls:
„Vulnerabilität […] wird hier nicht verleugnet, sondern neu gerahmt […]: Leben wächst gerade dort, wo es sich preisgibt. Hoffnung entsteht […] aus einer riskanten Offenheit, die Verschwendung zulässt – jener ‚lebensstiftenden Selbstverschwendung‘, die Georges Bataille als Gegenentwurf zu einer ökonomisierten Logik des Selbsterhalts beschreibt. Diese Offenheit […] vermag Solidarität zu ermöglichen, Nähe zu stiften und Sorgebeziehungen zu eröffnen […]. […] Sie verweist auf eine Widerstandsfähigkeit, die […] aus der Freiheit erwächst, sich im Zweifel verwunden zu lassen, ohne dann aber im Schmerz der Wunde zu versinken […]: abwärts gewendete Kreuzesbalken – offene, schöpferisch nach oben ausgerichtete Arme.“

Die Kardinäle haben aber auch einen ‚Peacemaker‘ ad extra gewählt, dessen erste Worte als Papst („Friede sei mit euch allen“) ein ganzes Pontifikatsprogramm skizzieren, das nicht nur des Friedensnobelpreises würdig wäre, sondern zugleich auch eine Absage an illiberale Autokraten wie Donald Trump oder Wladimir Putin darstellt: Schwache stärken, Brücken bauen, Dialog suchen, Gemeinsames finden, Frieden stiften.
6. Der Prediger
In programmatischen Predigten Papst Leos zeichnen sich erste Konturen seines Pontifikats ab. Er ist ein exzellenter Prediger (oder er hat zumindest exzellente Redenschreiber). Schon seine Antrittspredigt am 18. Mai 2025 war wohlbalanciert, zugleich aber nicht kraftlos. Sie skizziert die Mission der Kirche in der Welt:
„In unserer Zeit erleben wir noch immer zu viel Zwietracht, zu viele Wunden, die durch Hass, Gewalt, Vorurteile, Angst vor dem Anderen und durch ein Wirtschaftsmodell verursacht werden, das die Ressourcen der Erde ausbeutet und die Ärmsten an den Rand drängt. Und wir möchten in diesem Teig ein kleines Stückchen Sauerteig sein, das Einheit, Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit fördert […].“
Synodalität ad intra wie ad extra ist daher die Mission der Kirche:
„Das ist der Weg, der gemeinsam zu gehen ist, innerhalb der Kirche, aber auch mit den christlichen Schwesterkirchen, mit denen, die andere religiöse Wege gehen, mit denen, die die Unruhe der Suche nach Gott in sich tragen, mit allen Frauen und Männern guten Willens, um eine neue Welt aufzubauen, in der der Friede herrscht. […] Lasst uns im Licht und mit der Kraft des Heiligen Geistes an einer Kirche bauen, […] die ihre Arme der Welt gegenüber öffnet, die das Wort verkündet, die sich von der Geschichte herausfordern lässt und die zum Sauerteig der Eintracht für die Menschheit wird. Gehen wir gemeinsam, als ein Volk, alle Brüder und Schwestern, auf Gott zu und lieben wir einander.“
Am Vorabend von Pfingsten hielt Papst Leo eine sorgfältig komponierte, theologisch bemerkenswerte Predigt, in welcher er dieses Programm weiter ausfaltete. In kreativer Kontinuität zu seinem Vorgänger thematisierte er darin den Hl. Geist im Kontext einer jesusbewegten Reich-Gottes-Theologie, deren lateinamerikanisch-befreiungstheologische Inspiration er mit seinem eigenen Friedensprogramm versöhnter Einheit verknüpft:
„An diesem Vorabend des Pfingstfestes lassen wir uns von der Nähe Gottes ergreifen, von seinem Geist, der unsere Geschichten mit der Geschichte Jesu verbindet. […] Die Taufe und die Firmung, liebe Brüder und Schwestern, lassen uns teilhaben an der verwandelnden Sendung Jesu, am Reich Gottes. So wie uns die Liebe den Duft eines lieben Menschen vertraut macht, so erkennen wir heute Abend aneinander den Duft Christi. […] An Pfingsten wurden Maria, die Apostel, die Jüngerinnen und Jünger, die bei ihnen waren, von einem Geist der Einheit erfüllt, der ihre Unterschiede für immer in dem einen Herrn Jesus Christus verwurzelte. […] Nicht in sich gekehrt und streitsüchtig, sondern nach außen gerichtet und strahlend. Dieser Petersplatz, der wie eine offene und einladende Umarmung ist, drückt wunderbar die Gemeinschaft der Kirche aus […].“
Papst Leo verknüpft diesen Gedanken jesuszentrierter Einheit mit dem durch seinen Vorgänger propagierten Konzept der Synodalität:
„Am Abend meiner Wahl, als ich bewegt auf das hier versammelte Volk Gottes blickte, habe ich an das Wort ‚Synodalität‘ erinnert, das gut zum Ausdruck bringt, auf welche Weise der Heilige Geist die Kirche formt. […] Wir sind ein Volk auf dem Weg. […] In einer zerrissenen und friedlosen Welt lehrt uns der Heilige Geist, gemeinsam zu gehen. Die Erde wird ruhen, die Gerechtigkeit wird sich durchsetzen, die Armen werden jubeln, der Friede wird zurückkehren, wenn wir uns nicht mehr wie Raubtiere, sondern wie Pilger bewegen. Der Geist Jesu verändert die Welt, weil er die Herzen verändert. […] Wahre Spiritualität verpflichtet daher zur ganzheitlichen Entwicklung des Menschen und verwirklicht unter uns das Wort Jesu. Wo dies geschieht, ist Freude. Freude und Hoffnung.“
Der Papst greift er nicht nur implizit das Erbe des Zweiten Vatikanums („Gaudium et spes“) auf, sondern auch den Evangelisierungsbegriff des zweiten Konzilspapstes Pauls VI. („ganzheitliche Entwicklung des Menschen), der etwas anderes[xviii] meint als jener Begriff der Neuevangelisierung, wie ihn Johannes Paul II. und Benedikt XVI. vertraten:
„Die Evangelisierung, liebe Brüder und Schwestern, ist keine menschliche Bezwingung der Welt, sondern die unendliche Gnade, die sich vom Leben derer her ausbreitet, die sich vom Reich Gottes verwandeln ließen. Sie ist der Weg der Seligpreisungen, ein Weg, den wir gemeinsam gehen, in der Spannung zwischen dem ‚Schon‘ und dem ‚Noch nicht‘, hungernd und dürstend nach Gerechtigkeit, arm im Geiste, barmherzig, sanftmütig, rein im Herzen, als Friedensstifter. Um Jesus auf diesem von ihm gewählten Weg zu folgen, braucht es keine mächtigen Unterstützer, keine weltlichen Kompromisse, keine emotionalen Strategien.“
In seiner Predigt zur Chrisammesse am Gründonnerstag 2026 fasst Papst Leo daher auch den christlichen Missionsbegriff neu:
„Wir wissen, dass die Mission im Laufe der Geschichte nicht selten durch die Logik der Herrschaft entstellt wurde, die dem Weg Jesu Christi völlig fremd ist. […] Daher ist nun besonders wichtig, daran zu erinnern, dass aus einem Missbrauch von Macht weder im pastoralen noch im gesellschaftlichen und politischen Bereich Gutes entstehen kann. Die großen Missionare sind Zeugen sehr behutsamer Annäherung durch ein gemeinsam geteiltes Leben, durch selbstlosen Dienst und Verzicht auf jede berechnende Strategie, durch Dialog und Respekt. […] Auch jene Orte, an denen die Säkularisierung am weitesten fortgeschritten zu sein scheint, sind kein Land der Eroberung oder Rückeroberung […].“
Dazu passt sehr gut auch die Weihepredigt, die Papst Leo am 26. April 2026 in Rom gehalten hat. Sie skizziert faszinierende Horizonte („Seid Kanal, kein Filter“), die ich aus drei Gründen bemerkenswert finde: sie ist nicht nur nicht klerikalistisch, sondern auch auf eine ad intra gastfreundliche und ad extra entdeckungsfrohe Weise weltoffen. Zunächst charakterisiert er die Kirche postklerikalistisch darin als einen „Garten der Gemeinschaft, dessen Hüter der Auferstandene ist“:
„Eure Sicherheit soll nicht in der Rolle liegen, die ihr einnehmt, sondern im Leben, Tod und in der Auferstehung Jesu, in der Heilsgeschichte, an der ihr gemeinsam mit eurem Volk teilhabt. […] Die Gemeinschaften, in die ihr gesandt werdet, sind Orte, an denen der Auferstandene bereits gegenwärtig ist […]. Ihr werdet seine Wunden erkennen, seine Stimme unterscheiden, und ihr werdet diejenigen finden, die ihn euch zeigen.“
Das erfordert einerseits gastfreundliche Offenheit nach außen:
„Zusammen mit den anderen Getauften werdet ihr jeden Tag die Schwelle des Geheimnisses überschreiten [..]. Verdeckt diese heilige Tür niemals, versperrt sie nicht, seid kein Hindernis für diejenigen, die eintreten wollen. […] Heute mehr denn je, besonders dort, wo die Zahlen eine Entfremdung zwischen den Menschen und der Kirche zu zeigen scheinen, haltet die Tür offen! […] Das sei das grundlegende Profil eurer Sendung: die Schwelle frei zu halten und darauf hinzuweisen, ohne dass es vieler Worte bedarf.“
Schwellen lassen sich nicht nur von Außen nach Innen überschreiten, sondern im Modus explorativer Pastoral auch in umgekehrter Richtung:
„Das Leben erschöpft sich nicht in der Pfarrei, im Verein, in der Bewegung, in der Gruppe. […] Meine Lieben, geht hinaus und entdeckt die Kultur, die Menschen, das Leben! Staunt über das, was Gott wachsen lässt, ohne dass wir es gesät haben. Diejenigen, für die ihr Priester sein werdet […] leben auf Weiden, die ihr kennenlernen müsst. Manchmal wird es euch so vorkommen, als hättet ihr keine Landkarten dafür. Doch der gute Hirte besitzt sie, auf dessen so vertraute Stimme ihr hören müsst.“
7. Der Sanftmutige
Die Kardinäle haben – so lässt sich abschließend pointieren – einen Papst gewählt, den man aufgrund seiner offenkundigen Freundlichkeit nicht unterschätzen sollte. Leo ist mehr als einfach nur ‚der nette Papst‘. Denn er ist nicht nur sanftmütig, sondern auch sanftmutig. Umsichtig, aber nicht feige. Sein Papstname erinnert nicht nur an Leo XIII., den Begründer der katholischen Soziallehre, sondern auch an Leo den Großen, der Attila furchtlos entgegentrat und Rom vor der Zerstörung durch die Hunnen bewahrte. In den romanischen Sprachen, in denen ‚Leone‘ bzw. ‚León‘ zugleich den Namen ‚Leo‘ wie auch das Tier ‚Löwe‘ meinen, ist die kraftvolle Semantik seines Namens deutlicher als im Deutschen herauszuhören: Papst Löwe.
Leo XIV. steht für eine „freundliche Unbeugsamkeit“ (Süddeutsche Zeitung) von weltpolitischer Bedeutung. Als „Anti-Trump“ (Spiegel) bildet dieser ‚Peacemaker‘, der bereits Ende 2025 als die „am meisten positiv eingeschätzte Führungsfigur der Welt[xix] galt, einen globalen Gegenpol zum ‚Dealmaker‘ Donald Trump. Gerade weil er über keine eigenen Divisionen verfügt (bzw. nur über eine Handvoll ‚Soldaten‘ in operettenhaften Pluderhosen), ist er der einzige Akteur auf der Weltbühne, den dieser nicht unter Druck setzen kann.
Leos souveräne Reaktion auf die Provokationen Trumps war der wohl stärkste politische Satz des Jahres (Massimo Faggioli spricht sogar von einem zweiten Beginn seines Pontifikats): „Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung und scheue mich nicht, die Botschaft des Evangeliums laut zu verkünden.“ Er lässt sich nicht auf das Spielfeld Trumps ziehen, vielmehr setzt er eigene Koordinaten und spielt nach anderen Regeln: Ich bin kein Politiker, ich bezeuge nur das Evangelium – was in sekundärer Weise wiederum hochpolitisch ist.
Der vor einem Jahr gewählte Papst ist in sympathischer Weise gewinnend – auch bei mir hat er einen Vertrauensvorschuss. Nun muss er aber auch nicht nur weltpolitisch nach Außen, sondern auch kirchenpolitisch nach Innen liefern. Denn eine innerkirchliche Befriedungsstrategie allein wird mit Blick auf systemische Kirchenprobleme wie die Frauendiskriminierung nicht ausreichen: Kein Friede ohne Gerechtigkeit. Dazu braucht es vielmehr eine unerschrockene ‚doppelte Optionalität‘[xx] für den eigenen Teil und für das große Ganze:
- Die ‚Option erster Ordnung‘ für einen jesuanischen Reformkurs, der eine entschlossene Abkehr von identitärer und autoritärer, misogyner und homophober, kolonialer und klerikaler Kirchlichkeit ermöglicht
- und zugleich die ‚Option zweiter Ordnung‘ für eine dezentrale Kirchengestalt, die in pluraler Weise inkulturierte Formen des Katholischen ermöglicht, denn das weltkirchliche Gegenteil von Einheit ist nicht Vielfalt, sondern Einfalt.
Papst Leo ist ein sanfter Löwe, der auch in dieser Hinsicht wohl irgendwann seine Krallen ausfahren und über das Erbe seines Vorgängers hinausgehen muss. Für seine mutig nach Außen hin vertretenen Optionen von Frieden, Gerechtigkeit und Gleichheit muss er dann konsequenterweise auch im Innen der Kirche eintreten.
Ich hoffe sehr, dass er das auch wirklich tun wird. Denn: Nein, er ist sicherlich kein bloßer „Leichtmatrose“. In schweren Wassern steuert er das Kirchenschiff vielmehr umsichtig, aber furchtlos – umsichtig mit Blick auf die komplexe Ungleichzeitigkeit der Weltkirche, in Kontinuität zu seinem Vorgänger aber durchaus auch furchtlos.
Eine gute Wahl?
Erweiterte Langfassung eines Beitrags auf Feinschwarz.net.
[i] Nach allem, was man derzeit wissen kann, haben hoch gehandelte Kardinäle wie Tagle und Zuppi, aber auch der vielen als Favorit geltende Kardinalstaatssekretär Parolin bereits im ersten Wahlgang die Erwartungen nicht erfüllt. Drei Kandidaten erreichten dabei bis zu 30 Stimmen: Erdö, Prevost und Parolin – ein erklärter Konservativer lag also vorne, Prevost überraschte, Parolin enttäuschte. Es folgte Kardinal Aveline mit bis zu 20 Stimmen sowie weitere Kandidaten mit weniger als 10 Stimmen. Schon beim zweiten Wahlgang löste Prevost Erdö ab. Schon im vierten Wahlgang erreichte er dann weit mehr als die erforderliche Zweidrittelmehrheit: offenbar 108 von 133 Stimmen (vgl. Gerrard O’Connell, Elisabetta Piqué: The Election of Pope Leo XIV. The Last Surprise of Pope Francis, New York 2026, 169-183).
[ii] Leo XIV. dürfte der erste Papst mit einer zum Zeitpunkt seiner Wahl aktiven Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio – und seit kurzem auch mit einem eigenen Geräteraum in der Päpstlichen Wohnung – sein.
[iii] Vgl. Gerrard O’Connell, Elisabetta Piqué: The Election of Pope Leo XIV, Untertitel.
[iv] Leos erstes Lehrschreiben Dilexi te verbindet sein Pontifikat genauso mit dem seines Vorgängers wie Lumen fidei das von Benedikt und Franziskus verbunden hat – wobei der erste Papsttext jedoch ungleich mehr für Kontinuität steht als das zweite.
[v] Als die Wahldynamik des Konklaves zunehmnd auf ihn zulief, reagierte Prevost grundsympathisch mit zupackend-amerikanischem Pragmatismus: „I took a deep breath, I said here we go Lord, you’re in charge, you lead the way.“
[vi] Ein theologischer Ghostwriter Leos schrieb unmittelbar nach dessen Wahl in einer E-Mail: „Ich habe großes Vertrauen in die mutige Implementierung des Zweiten Vatikanums mit dem neuen Papst. Wir versuchen, dabei so gut wie möglich mitzuwirken, damit die Richtung in all seinen Ansprachen klar erkennbar ist.“
[viii] Zu diesem Jahr gibt es auch einen eigenbiografischen Kontaktpunkt: Nachdem der Autor dieses Beitrags im Kontext seiner Firmung im November 1985 zum christlichen Glauben gefunden hatte, war Peru das Schwerpunktland der Misereor-Fastenaktion 1986 („Gemeinsam den Weg der Hoffnung gehen“), inklusive Fastenkalender und Hungertuch. Bisher ‚kannte‘ er Lateinamerika nur aus der Würzburger Fußgängerzone, wo Straßenmusiker mit Panflöte folkloristische Andenmelodien („El Cóndor Pasa“) spielten. 1987 veranstaltete seine Heimatpfarrei dann während einer ‚Gemeindewoche‘ einen Peru-Nachmittag, in dessen Folge unbedingt Maisfladen gebacken werden mussten. Ihn faszinierten das Land, die Basisgemeinden und die Befreiungstheologie, kurz: ihr jesusbewegter Kampf für eine bessere Welt – und er las begeistert das Jugendbuch Mord am Altar über Oscar Romero und begann zehn Jahre später Theologie zu studieren.
[ix] Der erste Bischof des 1964 zunächst als Prälatur gegründeten Bistums, der US-Augustiner John McNabb, schreibt in seinen Memoiren über das 1968 begonnene Pastoralprojekt Nueva imagen de la parroquia: „Als Resultat einer so umfassenden Beteiligung der Laien verschrieb sich die gesamte kirchliche Hierarchie (Bischof, Priester, Ordensleute) einem Prozess der persönlichen Umkehr von einem zentralisierten klerikalen Amtsverständnis zu einem des Dienstes am Volk Gottes in der Bestärkung seines Glaubens.“ (John McNabb: Led where I did not plan to go, Bloomington 2012, 223). Ein bolivianischer Jesuit sprach von einem Realität gewordenen „pastoralen Utopia” (ebd., 359), ein peruanischer Befreiungstheologe von einer „Offenbarung“ (ebd., 360) und ein peruanischer Bischof von einem der „wichtigsten pastoralen Projekte in Lateinamerika“ (ebd., 363). Prevost lernte es 1985 kennen: „Das pastorale Modell, das er dort vorfand – verwurzelt in synodaler Leitung, Führung durch Laien und sozialer Mission – […] beeinflusste seine Sicht auf die Kirche, die Laien, die Rolle der Priester und Bischöfe […].“ (Justin McLellan: Prevost’s Peru was a Vatican II laboratory of church renewal, National Catholic reporter (23. Oktober 2025)
[x] Justin McLellan: Prevost’s Peru was a Vatican II laboratory of church renewal, auf: National Catholic reporter (23. Oktober 2025). Alle folgenden Zitate stammen aus diesem Artikel.
[xi] Birgit Weiler: Papst Leo XIV. – ein Brückenbauer zwischen globalem Norden und globalem Süden, auf: Feinschwarz (30. Mai 2025). Diesen synodalen Geist stellte Prevost dann auch als Papst in das Zentrum seiner programmatischen Rede vor der italienischen Bischofskonferenz am 20. November 1985 in Assisi: „Was zählt ist, dass wir lernen, in […] synodalem Stil zusammenzuarbeiten, und dass wir alle uns in den Ortskirchen dafür einsetzen, offene, gastfreundliche und aufnahmebereite Gemeinden aufzubauen, in denen die Beziehungen ihren Niederschlag finden in einer gegenseitigen Mitverantwortung zugunsten der Verkündigung des Evangeliums. […] Eine synodale Kirche, die auf dem Boden der Geschichte vorangeht und sich den neuen Herausforderungen der Evangelisierung stellt, muss sich beständig erneuern. […] Den Weg gemeinsam gehen, ihn mit allen zusammen gehen, bedeutet auch, eine Kirche zu sein, die unter den Menschen lebt, ihre Fragen aufgreift, ihre Leiden lindert, ihre Hoffnungen teilt.“
[xii] Eine Auslegung päpstlicher Aussagen, die in geschichtssensibler Weise auch diesen diskursformierenden Subtext mitbeachtet, ist keine von theologischem Wunschdenken getriebene ‚Kaffeesatzleserei‘, sondern vielmehr eine innerhalb der derzeitigen Eigenlogik des Kirchensystems notwendige Interpretationskompetenz.
[xiii] In diesen Zusammenhang passt auch die Aussage Leos aus einem Interview, er habe „derzeit nicht die Absicht, die Lehre der Kirche zu diesem Thema zu ändern“. Auch hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn was zunächst wie eine Absage an die Ordination von Frauen klingt, erweist sich bei näherem Hinsehen als eine implizite Diskursöffnung. Das entscheidende Wort lautet hier „derzeit“. Denn was hier implizit mitgesagt wird, ist eine indirekte, aber deutliche Abkehr von der jahrzehntelang hegemonialen Lehramtsposition Johannes Pauls II. (und seines Glaubenspräfekten Joseph Ratzinger), der Papst habe keine Vollmacht zur Frauenordination. Zu einem anderen Zeitpunkt, wenn ein weltkirchlicher Konsens in diesem Punkt weiter gereift ist, wäre es Papst Leo zufolge möglich, geistbewegt eine andere Entscheidung zu treffen. Sie wäre prinzipiell möglich, zum jetzigen Zeitpunkt käme sie jedoch noch zu früh.
[xiv] „Wie gedenken Sie, die Einheit der globalen Kirche in Bezug auf diese Thematik zu bewahren?“ – gefragt offenkundig in der Hoffnung auf eine Verurteilung der durch Kardinal Marx gerade in Kraft gesetzten Handreichung für formelle Segensfeiern.
[xv] Editorial: Leo’s caution on same-sex blessings today leaves the door open for tomorrow, auf: National Catholic Reporter (1. Mai 2026).
[xvi] „Als der Bettelmönch Robert Prevost überraschend zum Papst gewählt wurde, da umarmten sich auf der Dachterrasse seines Ordenssitzes in Rom progressive und konservative Amerikaner: Nonnen, Kardinäle, Reporter von Associated Press und Catholic News Agency, Befreiungstheologen, Abtreibungsgegner.“ (Evelyn Finger: Beste Feinde. Der amerikanische Papst und der amerikanische Präsident waren nie politische Freunde, auf: Die Zeit (16. April 2026). Zugleich hat diese ‚mittige‘ Verortung Paost Leos auch ihre Grenzen. Denn zur selben Zeit waren auf der gegenüberliegenden Seite des Petersplatzes hochrangige Kurienvertreter versammelt, um auf der Terrasse des Apostolischen Palastes die erhoffte Wahl Kardinal Parolins zu feiern. Bei ihnen jedoch war „das Klima vollkommen anders. Alle waren fassungslos, wie gelähmt, niedergeschlagen. Ein Monsignore versuchte positiv zu reagieren: ‘Wir werden ihn schon noch zu einem von uns machen.’“ (Gerrard O’Connell, Elisabetta Piqué: The Election of Pope Leo XIV, 189).
[xvii] Vgl. dazu Christian Bauer: Wer hören will, muss fühlen. Zum Umgang mit Dissens in synodalen Prozessen, in: Dietmar Winkler, Roland Cerny-Werner (Hg.): Synodalität als Möglichkeitsraum: Erfahrungen – Herausforderungen – Perspektiven, Innsbruck 2023, 113-128.
[xviii] vgl. Christian Bauer: Vom Lehren zum Hören? Offenbarungsmodelle und Evangelisierungskonzepte im Übergang vom Ersten zum Zweiten Vatikanum, in: Julia Knop, Michael Seewald (Hg.): Das Erste Vatikanische Konzil. Eine Zwischenbilanz 150 Jahre danach, Darmstadt 2019, 95-116.
[xix] Vgl. Gallup International: The Latest Findings from the World’s Longest-Running Global Public Opinion Study, auf: Gallup International (30. Januar 2026). Papst Leo kam im Januar 2026 auf 49 % weltweite Zustimmung, Donald Trump auf 30 %, Xi Jinping auf 29 % sowie Wladimir Putin und Narendra Modi auf jeweils 25 %.
[xx] Vgl. Christian Bauer: Aufbruch in der Krise? Erinnerungen an die Zukunft des Zweiten Vatikanums, auf: Feinschwarz (8. Dezember 2025).

